Echzell (pm). Aus erster Hand erfahren, wie in Berlin Politik gemacht wird und wie die Arbeit des Mitgliedes eines Verfassungsorgans der Bundesrepublik aussieht – das konnten die Echzeller Bürger beim „Berliner Abend“ mit ihrem Wetterauer Bundestagsabgeordneten Oswin Veith (CDU). Nach kurzer Begrüßung durch die Fraktionsvorsitzende der CDU in der Echzeller Gemeindevertretung, Martina Schild, gab Veith zunächst routiniert einen Überblick über „die Lage der Nation“.

Wirtschaftlich sei Deutschland nie so stark gewesen wie heute: „Wir haben fast 44 Millionen feste Arbeitsverhältnisse, das ist die höchste Zahl seit dem zweiten Weltkrieg“, betonte Veith, und erklärte dazu, dass Wirtschaftsexperten bei den zurzeit nur noch rd. 2,6 Mio. Arbeitslosen volkswirtschaftlich bereits von Vollbeschäftigung sprächen. Außerdem gebe es ca. 500.000 unbesetzte, offene Ausbildungsplätze in Handwerk und Gewerbe und damit im Mittelstand, dessen Betriebe besonders darunter leiden, auch in der Wetterau. Und die Wirtschaft exportiere mit 1,4 Billionen Euro Waren, Güter und Dienstleistungen ins Ausland, soviel wie noch nie zuvor.
Der Standort Deutschland brumme, so Veith. Das liege auch an 10 Jahren unionsgeführter Bundesregierungen mit Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze, was gelegentlich immer mal vergessen würde.

Ausführlich ging Veith, der auch Oberst der Reserve ist und vor wenigen Wochen zum stellvertretenden Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr gewählt wurde, auch auf die Lage im Nahen und Mittleren Osten und die Hintergründe der massenhaften Flucht von Menschen sowie auf die Entscheidung, sich dort auch militärisch zu beteiligen, ein. „Der sogenannte Islamische Staat ist weder Islam noch Staat, sondern eine brutale Mörderbande“, sagte Veith, der auch stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages ist. „Allein ISIS und Boko Haram töten täglich Menschen in brutalster Grausamkeit. Schauen wir da weiter zu“, fragte er, „und warten bis der Terror auch bei uns zuschlägt oder müssen wir dem ein Ende setzen?“. Dabei erläuterte Veith auch seine Zustimmung zum aktuellen Syrieneinsatz der Bundeswehr an der Seite Frankreichs.

Zum Thema Asylpolitik unterstrich Veith die Linie der Kanzlerin: „Die, die Schutz brauchen, sollen ihn bekommen“, sagte er.

Aber die Union habe mit dem Asylpaket I auch dafür gesorgt, dass die, die aus anderen Gründen und aus sicheren Ländern kommen, jenen nicht die Plätze streitig machen und zurückgeschickt werden. Jeden Tag kämen jetzt nur noch rund 2.000 Flüchtlinge nach Deutschland, auch wenn das noch zu viel sei, und nicht mehr über 10.000 wie noch vor wenigen Wochen in Bayern. „Unsere Maßnahmen greifen also“, resümierte Veith.

Eine lebhafte Diskussion folgte, in der unter anderem auch die Ängste vor Überfremdung durch die Flüchtlinge und Zuwanderer angesprochen wurden. Veith betonte, er habe Respekt vor Ängsten, die rational und begründet sind.

Bettina Mühl als Vorsitzende des CDU Gemeindeverbandes dankte Oswin Veith für den interessanten Abend und überreichte ihm – statt Blumen – ein Säckchen Wetterauer Kartoffeln.

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